Verfasst von: markus91 Am: 6. September 2009
Diese Nachricht des Tages enthält neue Informationen zu dem älteren Artikel Afghanistan – Bundeswehr forderte Luftangriff an – Dutzende Tote
Der Luftwaffenangriff der NATO, welcher von der Bundeswehr angefordert worden war, um eine Gruppe von Taliban daran zu hindern, zwei Tanklastzüge zu kapern, führt zu einer Internationalen Diskussion um die Vorgehensweise in Afghanistan: Dürfen Zivilpersonen als Opfer in Kauf genommen werden?
Nach dem Luftwaffenangriff der NATO, welcher nach Anforderung des deutschen Befehlshabers in Kundus stattfand, kämpfen zahlreiche Politiker darum, schnellstmöglich und Medienwirksam ihre Statements abzugeben sowie im generellen die Militäraktion zu kritisieren.
So fragte der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn öffentlich: ,,Ich verstehe nicht, dass Bomben so einfach und so schnell abgeworfen werden können”, sein italienischer Kollege Franco Frattini sprach gar von einer ,,Aktion, die niemals hätte geschehen dürfen”.
Aber auch deutsche Politiker äußerten sich: So forderten Frank-Walter Steinmeier (SPD) und die FDP-Politikerin Elke Hoff eine lückenlose Aufklärung. Gegenüber der “Bild am Sonntag” forderte Steinmeier zusätzlich, dass alles getan werden müsse, um unschuldige Zivile Opfer zu vermeiden – gegen verbrecherische Terroristen aber entschieden vorgegangen werden solle.
Die Zahl der getöteten oder verletzten Zivilisten variiert zwischen 60 und 150, ein Mitarbeiter der dpa zählte 60 frische Gräber in zwei Dörfern der Region – der Oberbefehlshaber der US- und NATO-Truppen, General Stanley McChrystal, sprach von einem ,,ernsten Vorfall”, welcher zeigen werde ob die NATO zu Transparenz bereit sei und ob sie fähig sei, das afghanische Volk zu beschützen.
Ich habe diesen Artikel als Nachricht des Tages ausgesucht, weil ich es irritierend finde, auf welche Art und Weise diese Diskussion geführt wird.
Deutschland ist keinesfalls im Krieg mit den Taliban – Deutschland befindet sich in einem Hilfs-, Aufbau und Befriedungseinsatz (!), welcher sich in einen Krieg verwandelt. Eine HR3 Korrespondentin erzählte von einem – einige Zeit zurückliegendem - Tanklasteranschlag auf eine der Botschaften – wer hätte – daran denkend – nicht ähnlich gehandelt, wie es der Deutsche Oberbefehlshaber getan hat?
Ich persönlich hätte genauso gehandelt – denn kein Land der Welt, kann befriedet werden, ohne Opfer zu bringen – und wer weiß, wie viele Menschen durch die Tanklastzüge hätten sterben können (die dort täglich langrollen und bei einem Erfolg sicherlich öfters angegriffen würden)? Und generell? Warum ist der “Krieg” in Afghanistan, den wir führen, weil die USA durch Al-Qaida angegriffen wurde, kein Wahlkampfthema?
Durch all diese Fragen wird dieser Artikel und das Thema für mich zur Nachricht des Tages.
Quellen sind FAZ ; Spiegel Online sowie die Welt.
[...] Dieser Artikel enthält Informationen zu vorherigen Artikeln: Tanklastzug-Attacke zieht weite Kreise – Internationale Kritik an Bundeswehr sowie Afghanistan – Bundeswehr forderte Luftangriff an – Dutzende [...]
6. September 2009 um 16:08
Ich bin ebenfalls der Meinung von Markus und stimme ihm zu, dass ein Land keinen Frieden erlangen kann, solange man nicht auch ein gewisses Maß an Opfern in Kauf nimmt. Man muss meiner Meinung nach entschlossen gegen die Terroristen, die Taliban und den Terror allgemein vorgehen.
Die Bundeswehr kann in keinster Weise mehr eigenständig handeln. Jede noch so kleine Aktion – und wenn es nur ein Akt zur Eigenerhaltung der Truppen ist- wird sofort verurteilt und kritisiert.
Ich denke das diese Kritiken gerne von den Parteien benutzt wird um für den Wahlkampf und für sich Werbung zu machen. Alle wollen ihre Meinung dazu preisgeben, die natürlich meistens negativ ist, da eine Zustimmung wohl kaum zur Sprache kommen wird in den Medien.
Daher bin ich der Meinung, dass dies sehr hinderlich ist, im Kampf gegen Terror oder im Fall der Bundeswehr im Wiederaufbau Afghanistans.
Man sollte die Jungs dort ihre wirklich schwere und gefährliche Arbeit machen lassen, und sie nicht auch noch kritisieren. Man könnte sie jedoch von einem Aufsichtsrat oder ähnlichen professionell überwachen lassen.